Got Milsch?

Komplizierte Welt, einfache Lösungen

Das Mediacomputer Projekt – Teil 1 : die Hardware

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Moin zusammen,

seit geraumer Zeit schon wollte ich mal einen Mediacomputer aufbauen. Damit meine ich allerdings „from scratch“, also aus Einzelteilen, keine vorgefertigten Kiste.

Der Grund war, dass ich den Mediacomputer unter Linux betreiben wollte und ich somit auch bei der Auswahl der Komponenten entscheiden wollte, was da reinkommt und was nicht. Schliesslich sollte er auch reibungslos funtionieren und nicht zu teuer sein.

Da ich als Mediasoftware zur Zeit das X-Box Media Center (XBMC) favorisiere mußten die Hardware Anforderungen auch nicht zu hoch aufgehängt sein.

Leider ist es bei uns in Montréal nicht allzu einfach, das von Videotron gelieferte Fernsehprogram durch einen selbstgebauten MediaPC/Festplattenrecorder aufzuzeichnen. Der Grund liegt in der Set-Top Box, bei der anscheinend die Verbindung über Firewire zu einem privaten PC recht instabil ist. Somit wird sich mein MPC erstmal nur auf das Wiedergeben von Music und Videos beschränken.

Bei der Entscheidung, welche Hardware ich letztendlich ordere, hat mir unter anderem die Ubuntu Hardware Datenbank sehr geholfen. Vielen Dank an dieser Stelle den ganzen Jungs und Mädels, die sich hierfür verantwortlich zeichnen.

Meine Hardwarebestellung sah letztendlich so aus :

Gehäuse :
Nmedia HTPC-5000B Desktop Media Centre Case mATX Black

Motherboard :
Gigabyte GA-M61PME-S2P mATX AM2/AM3 GF6100 NF430 PCI-E

Prozessor :
AMD Athlon 64 X2 5200+ Dual Core Processor AM2 2.7GHZ

RAM :
Crucial Rendition 2GB 1X2GB PC2-5300 DDR2-667

Grafikkarte :
MSI GeForce 8400GS 567MHZ 512MB 1.6GHZ DDR2

Festplatte :
Hitachi Deskstar P7K500 500GB SATA2 7200RPM

CD/DVD Laufwerk :
LG 16X DVD-ROM Optical Drive SATA Black

Wlan-Karte :
TP-Link TL-WN651G Wireless Network Adapter 802.11B/G

Trafo :
BFG GS-550 550W Power Supply ATX V2.2 EPS12V

Damit kam ich auf einen Gesamtwert von ca. Euro 330,– incl. Versand bei einem kanadischen Lieferer (www.ncix.com).

5 Tage nach Aufgabe der Bestellung kamen dann auch 2 Packete per UPS bei mir an. Ausgepackt sah das dann so aus :

Nur das Werkzeug wurde nicht mitgeliefert, das war meins. 🙂

Das Gehäuse hat meiner Meinung nach übrigens mehrere Vorteile. Es ist recht hübsch, paßt also optisch mehr oder weinger nahtlos in eine existierende Stereoanlage. Es ist relativ groß, hat also Platz für bis zu 4(!) Festplatten und dieverse Erweiterungen. Es hat super leise Ventilatoren (das ist nicht zu unterschätzen). Und es ist beim Einbau der Komponenten recht felxibel, sprich man muß sich nicht verbiegen um etwas reinzuschrauben.

Als erstes habe ich den Netzteil eingebaut. Ich habe Wert darauf gelegt, dass es min. 500 Watt bereitstellen kann und ausserdem sowohl 110 V als auch 220 V unterstützt. Wer also mal plant ins Ausland zu ziehen, ist mit diesem Netzteil gut bedient. Es muß dann nur das Kabel getauscht und ein Schlater umgelegt werden.

Also das :

soll da rein :

Nun ja, kein Problem. Schrauben werden mitgeliefert. Beachten muß man eigentlich nichts.

Ergebnis :

Und so sieht es dann von Hinten aus :

Wie man sieht wird das Netzteil nicht mit dem Boden verschraubt, sondern mit der Rückwand des Gehäuses. Der kleine rote Schalter ist übrigens der Schlater für die zugeführte Netzspannung, also 110 V (genauer 115 V) und 220 V (bzw. 230 V).

Als nächstes habe ich das Bauteil, in welches Festplatte und CD/DVD Laufwerk eingebaut werden, abgebaut. Dafür einfach die beiden Schrauben rechts und links des Schachtes abschrauben und den ganzen Kasten herausnehmen. Die Schrauben, bzw. eine davon, sieht man auch auf dem Foto 2 Bilder weiter oben (Netzteil eingebaut). Es ist die kleine silberne rechts unten.

So, weiter geht’s.
Nun muß die Abdeckung vom Motherboard für die Rückwand des Gehäuses eingebaut werden. Das ist das rot umrandete Teil auf dem Foto unten.

Hier gibt es keine Schrauben. Die Blende wird einfach in das in der Rückwand klaffende Loch gedrückt. Ruhig mit Kraft, es soll ja auch einrasten und halten.

Bingo, sieht doch gut aus. Bitte vorher unbedingt überprüfen, wo oben ist. 😉

Als nächstes habe ich dann das Motherboard eingebaut. Dabei habe ich dann festgestellt, dass dem Gehäuse 3 unterschiedliche Schraubentypen beigelegt waren.

Die ganz Rechte mit dem runden Kopf ist unter anderem für das Motherboard gedacht, die in der Mitte für „externe“ Sachen, z.B. das Festschrauben der Grafikkarte und der Wlan-Karte am Gehäuse, und die Linke für das entkoppelte Anschrauben von Festplatten ins Gehäuse.

Ich wollte das Motherboard anbringen, also nahm ich die Schraube mit dem Rundkopf.

Bitte beim Einsetzen des Motherboards darauf achten, dass die Anschlüsse (Ton, USB, etc.) auch aus der Gehäuseblende schauen.

Die Kabel an den Gehäuselüftern (im Bild oben) sind übrigens die Stromkabel. Die werden nachher mit dem Netzteil verbunden.

Beim Festschrauben des Motherboards bitte die Schrauben fest, aber nicht mit Gewalt anziehen. Wir wollen ja nicht, dass die Platine reißt.

Und wo wir nun schon mal das Board drin haben können wir auch gleich den Prozessor einbauen.

Der Proz ist der kleine Kerl rechts, der Lüfter ist der Prozessorlüfter.

Hier sind jetzt ein paar Sachen zu beachten.

1. Schaut, dass Ihr kurz geerdet seid. Es wäre doch unschön, wenn Ihr Euren Proz nur wegen einer statischen Aufladung grillt.
2. Lest Euch unbedingt(!) das Manual zu Eurer CPU und dem Motherboard durch, damit Ihr wißt WIERUM die CPU eingebaut wird. Bei mir war eine Ecke des AMD Proz mit einem Dreieck markiert, genauso wie der Sockel in den er gesteckt wird. Diese Ecken mußten übereinstimmen.
3. Entfernt die Plastikabdeckung von der unteren Fläche des Lüfters welche auf die CPU gesetzt wird. 🙂

So, jetzt wie oben fotografiert, den Hebel am Sockel hochlegen, den Prozessor richtig herum einsetzen und dann den Hebel wieder nach unten, parallel zum Board, legen.
Anschliessend den Lüfter auf die CPU setzen und die Metalklipse rechts und links in die Plastiknasen am Sockel einhängen. Dann auch hier den Hebel umlegen damit alles verspannt wird… das war’s.

Das sieht doch schon sehr professionelle aus, oder?

Nun muß noch der Fan an das Board angeschlossen werden, damit er auch bei Bedarf angesteuert werden kann. Dazu wird das Kabel, das Ihr hier auf dem Foto seht, auf den Stecker mit der Beschriftung „CPU_FAN“ gesteckt.

Bitte auch hier das Handbuch konsultieren WIERUM der Stecker aufgesteckt wird. Bei mir mußte das schwarze Kabel nach rechts weisen.

Nun folgte die Grafikkarte. Dazu mußte an der Rückwand des Gehäuses eine Abdeckung der Erweiterungsschächte (unten rot eingekreist) rausgebogen werden. Drückt einfach von innen gegen die Abdeckung, sie wird sich dann nach aussen biegen lassen und kann dann abgebrochen werden.

Nun die Karte in den dazugehörigen Grafikport auf dem Board stecken. Der Port ist im Bild unten rot markiert.

Im Ergebnis sollte es dann so aus sehen :

Bitte die Karte mit einer der Schrauben am Gehäuse festschrauben (rot umrandet).

Die nächste Karte war die Wlan-Karte. Das Prozedere war hier das gleiche wie bei der Grafikkarte. Ich habe diesen Port gewählt :

Also auch hier die Schachtabdeckung rausbrechen, Karte in den Port stecken, Karte am Gehäuse festschrauben und die Antenne hinten auf die Karte schrauben.

Was fehtl jetzt noch auf dem Motherboard? Klar, der RAM.

Dieser wird in den ersten (!) Sockel der beiden RAM-Bänke gesteckt.

Das erfodert etwas Kraft. Wenn der RAM-Baustein richtig sitzt, sind die beiden weißen Plastikschieber rechts und links in dem Baustein eingerastet.

Bevor wir jetzt ans Verkabeln gehen müßen wir noch die Festplatte und das CD/DVD Laufwerk einbauen.

Diese werden in das von uns am Anfang abgeschraubte Bauteil eingeschraubt. Wenn Ihr, wie ich, nur max. 2 Festplatten einbauen wollt, so macht es Euch einfach und baut sie unten quer hängend, da hier schon die Dämpfungsgummis in den Schraublöchern integriert sind.

Das CD/DVD Laufwerk bitte so einbauen, dass es wenn Ihr die Laufwerksbrücke wieder ins Gehäuse einbaut, auch hinter der dafür im Gehäuse vorgesehenen Klappe zu liegen kommt. Und schaut im Handbuch zum Gehäuse nach, welche Verschraubungslöcher Ihr verwenden sollt. Sonnst liegt das Laufwerk evtl. zu dicht am Gehäuse oder zu weit entfernt und Ihr könnt den Schlitten nicht ausfahren lassen.

Auf dem Foto oben seht Ihr auch das Aufnahmeblech für die Festplatte mit den Dämpfungsgummis. Hier bitte die Platte einschrauben, mit den Anschlüßen nach innen zeigend.

Wenn das erledigt ist, könnt Ihr ans verkabeln gehen.

Meine Festplatte und mein CD/DVD-Laufwerk sind SATA Laufwerke, so dass ich beide mit den entsprechenden Kabeln an die SATA Buchsen am Motherbaord anschliessen mußte.

Dann die USB Kabel der vorderen USB-Anschlüsse des Gehäuses in die neben den SATA Anschlüssen liegenden USB 2.0 Port stecken.

Jetzt noch die passenden Stromkabel vom Netzteil in Festplatte und CD/DVD-Laufwerk stecken. Und schon könnt Ihr den Laufwerksschacht wieder auf das Gehäuse schrauben.

Von oben sollte es dann so aussehen.

Jetzt fehlen noch :

– Stromzufuhr für das Board und die CPU
– diverse Lampen und Resetschalter
– die Stromkabel für die Ventilatoren
– das Kabel für den vorderen Soundausgang.

Hier müßt Ihr Das Handbuch Eures Motherboards zu Rate ziehen, damit Ihr sicher seid, welches Kabel wo angeschlossen wird.

Dann noch ein HDMI Kabel an Eure Grafikkarte und Euren Fernseher anstecken (bei mir Eingang HDMI-2) und ein Soundkabel an Soundausgang Computer und Eingang Fernseher.

Wenn alles verkabelt ist kommt der große Moment. Netzstecker an das Netzteil anschliessen, in die Steckdose und einschalten.

Wenn Ihr alles richtig gemacht habt sollte es :

a) nicht nach verschmortem Kabel riechen 😉
b) der Computer sollte versuchen zu booten und den Startbildschirm anzeigen.

Wenn das alles geklappt hat : HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!!!

Als nächstet wird dann Ubunut 9.10 installiert.

Bis dahin viel Spaß,

Erik

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Written by erikmilsch

Dezember 7, 2009 um 11:26 pm

Veröffentlicht in Uncategorized

2 Antworten

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  1. Eine sehr schöne Anleitung. Kaum besser zu machen….vielleicht noch folgendes: Beim Einbau des Motherboards ins Gehäuse bekam ich erst nicht die Schrauben fest, weil das Board einen zu großen Abstand von den Löchern hatte. Erst googeln ergab, dass einige der „Schrauben“ Abstandshalter sind, die zuerst eingeschraubt werden müssen, darauf dann das Board und in den Abstandshaltern sind Gewindelöcher für die eigentlichen Motherboardschrauben.

    Vielleicht kannst du deine Anleitung um diese Bemerkung und ein Bild von Abstandshaltern ergänzen.

    seeya

    Otto

    Otto Graf Lambsdorfer

    Januar 21, 2011 at 10:48 pm

  2. Da fragt man sich beim groben Lesen von gotmilsch.wordpress.com schon, ob man nicht irgendwie auf den Kopf gefallen war. Herzlichen Dank für deine Erläuterungen

    Leta Nulla

    Februar 3, 2011 at 6:28 am


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