Got Milsch?

Komplizierte Welt, einfache Lösungen

Archive for Dezember 2008

Bootproblem bei XP Recovery über ein Linux System

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Hallo zusammen,

heute Mal ein eher seltenes dafür aber leicht zu lösendes Problem. Jedenfalls wenn man weiß wie 🙂

Folgende Situation:

Auf einem älteren Acer Notebook mit ehemals XP wurde die Festplatte komplett gelöscht und dann ein Ubuntu Linux aufgespielt. Diese bringt von Haus aus den Bootloader GRUB mit. Nach einigen Wochen habe ich dann mittels der Recovery CDs von Acer versucht das XP OS wieder aufzuspielen, was auch gelang.
Nach einem Neustart erschien jedoch „GRUB – Eroor 17“

Eine kurze Recherche ergab, dass der GRUB wahrscheinlich die XP Partition nicht lesen konnte. Das ist nachvollziehbar, da keiner dem armen GRUB gesagt hat, dass er jetzt ein XP laden soll.

Wir haben also einen Laptop mit funktionierender Festplatte und einer FAT32 Partition auf der XP ist. Gleichzeitig einen GRUB der sich weigert XP zu booten, somit also keinen Zugriff auf ein funktionierendes Betriebssystem von Festplatte (Ubuntu ist ja gelöscht).

Lösung :

Es kommt wieder mal die RescueCD zum Einsatz. Wir booten von CD, starten wieder das GUI per „wizard“ und starten dann das mitgelieferte Program TestDisk. TestDisk ist eine Schweizer Armeemesser für die Datenwiederherstellung.

Da das Problem offensichtlich der MBR (master Boot Record) ist werden wir diesen auch fixen.

Dazu gehen wir mittels der Cursortasten auf „Create a new Log File“ und drücken „Enter“.

testdisk_start

Nun wählen wir die entsprechende Partition aus, bei mir war es die Sda1.

Dann, da es sich ja um einen PC handelt, gehen wir mit den Cursortasten auf „Intel/PC Partition“ und drücken wieder „Enter“.

testdisk_partition

Jetzt haben wir die Wahl, was wir mit dieser Partition anfangen wollen. Wie gesagt, der MBR ist das Problem, somit lassen wir diesen neu schreiben. Wir gehen also auf „Write Teskdisk MBR code to first sector“.

testdisk_mbr_schreiben

Nach dem Testdisk fertig ist, nach ca. 1 Sekunde, fahren wir das System runter und booten neu… und oh Wunder der Technik… XP bootet ganz normal.

xp_bootscreen

Jepp…. Testdisk got Milsch!

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Written by erikmilsch

Dezember 18, 2008 at 1:59 pm

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HP Druckerinstallation unter XP mit unbekanntem, kritischen Fehler abgebrochen

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Hallo zusammen,

heute geht es mal wieder um eine Fehlerbehebung. Folgende Situation war gegeben:

Ein HP S4220 Multifunktionsdrucker sollte an ein schon seit längerem installiertes Windows XP SP2 Desktop-System angeschlossen und auch betrieben werden. Der Drucker sollte an einem USB Port angeschlossen werden, aber wie in der Betriebsanleitung gefordert erst nach der Installation.

Beim Installieren der HP Software von der mitgelieferten Original-CD kam es dann zu folgendem, eher seltenen Verhalten von XP. Nach dem 2ten Installationsschritt brach der Installer die Arbeit ab und gab den Fehler :

Module c:\windows\system32\hpbmiapi.dll failed to register


HResult – 2147221164

Contact your support personnel

aus. Wenn man dann noch auf OK klickte kam :

Fataler Fehler MSI.dot4wrp …\setup\hpzmsi01.exe

‚zu diesem Fehler gegenwärtig keine Lösung‘

Ein Download der aktuellsten Software direkt von der HP-Seite reproduzierte den selben Fehler.

Ein Cross-Test mit der Original CD auf einem Windows 2000 System, bei dem sich Software und Drucker problemlos installieren lies, deutete darauf hin, dass höchstwahrscheinlich XP der Schuldige war.

Eine weitere Suche im Internet ergab folgende Erklärung:

Die Systembibliothek atl.dll ist zwar auf der Festplatte im Verzeichnis C:\WINDOWS\system32 zu finden, scheint aber nicht in der Registry registriert zu sein. Diese ist aber wichtig für das Betreiben von Druckern. Sie mußte also „von Hand“ angemeldet werden.
Hierzu öffnet man eine Konsole (oder : Start -> Run oder Ausführen) und gibt

regsvr32 c:\WINDOWS\system32\atl.dll

ein. Als Ergebnis wird die Bibliothek in der Registry angemeldet und wenn jetzt die Installationsroutine aufgerufen wird, läuft diese problemlos durch.

🙂 Erik

Written by erikmilsch

Dezember 13, 2008 at 6:00 pm

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Datenrettung bei einem toten Laptop

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Hallo zusammen,

aus gegebenem Anlass schreibe ich heute mal über eine gelungene Datenrettung bei einem Laptop, dass beim Anschalten nicht mehr reagiert und sich auch nicht durch booten mit einer Linux Live-CD reanimieren lässt.

Der tote Laptop

Folgendes Szenario stellte sich mir gestern Vormittag dar:
Ein 3 Jahre altes Fujitsu Siemens Laptop zuckte nach dem Betätigen des Anschaltknopfes  zwei mal kurz und vernehmlich mit der Festplatte und stellte dann jeglichen weiteren Betrieb ein. Der Bildschirm blieb schwarz. Die Power LED leuchtete.

Auch kein Start mit Boot-CD

Meine erste Idee war das System mit einer Ubuntu 8.10 zu starten um zu sehen ob evtl. das Harddrive den Weg ins Nirvana genommen hat. Aber auch ein Start mit eingelegter Boot-CD verlief genauso. Kein Bootscreen, noch nicht mal ein Zucken vom BIOS. Ein externer Monitor zeigte auch nichts an, so dass es nicht sehr wahrscheinlich war, dass der Bildschirm evtl. den Geist aufgegeben hat.

Da der Besitzer des Unglücksrechners sehr schnell wieder ein lauffähiges System brauchte, es war das Geschäftslaptop, wurde als erstes ein neuer Laptop gekauft. Da das alte inzwischen auch recht langsam geworden war, stand dies eh auf der Einkaufsliste. Eine Sicherungskopie der Daten war über 4 Wochen alt, somit mußten die Daten auf der Laptop Festplatte gerettet werden. Soweit zum Thema BackUp… 😀

Harddrive in funktionierendes Laptop transplantiert und mit Linux-CD booten

Als nächstes wurde das Harddrive von mir ausgebaut und in ein 6 Jahre altes Acer 620 eingebaut. Auf Anschalten reagierte der Laptop mit Bootscreen und dem Hinweis von Windows das sich offensichtlich die Hardware geändert hat (ach?). Aber auch ein Start im abgesicherten Modus fror nach wenigen Sekunden ein. Dieser Weg war somit eine Sackgasse.

Ein Start mit einer XUbuntu 8.04 Boot-CD brachte das Laptop endgültig zum Leben und die Befehle :

sudo mkdir /mnt/win

mount -t ntfs-3g /dev/sda1 /mnt/win -o force

liessen Linux auf die Festplatte zugreifen. Die Befehle bewirkten folgendes :

sudo mkdir /mnt/win erstellte den Ordner „win“ im Ordner „mnt“. Da jedes Laufwerk unter Linux wie eine Ordner behandelt wird muß also zu aller erst ein Ordner für dieses erstellt werden.

mount -t ntfs-3g /dev/sda1 /mnt/win -o force wiederum hängt die Festplatte in diesen Ordner ein. Dabei ist mount der Befehl zum einhängen, -t ntfs-3g sagt ihm dass es eine Windows NTFS Partition ist und der Treiber NTFS-3G verwendet werden soll, /dev/sda1 ist die Bezeichnung der internen Festplatte die wir mounten wollen, /mnt/win sagt wo diese eingehängt werden soll und -o force sagt das die Option (-o) force verwendet werden soll. Manchmal weigert sich Linux einen Datenträger zu mounten. Häufig dann wenn er unter Windows einfach „abgestöpselt“ wurde, also ohne „Datenträger entfernen“ asugeschaltet oder sonstwie vom System getrennt wurde. Force nun wiederum zwingt Linux dazu dieses System einzuhängen (das ist zwar nicht ganz richtig korrekt erklärt, aber verständlich).

Ein längerer Blick auf den Inhalt der Festplatte zeigte, dass wohl keine oder zumindest wenig Daten abhanden gekommen sind.

Nun wollte ich diese auf ein externes Laufwerk kopieren. Leider schien XUbuntu für den Laptop von CD etwas zu überdimensioniert. Es fror bei dem Versuch zu koopieren mehrmals ein.

Mit SysRescueCD die Daten auf externes Harddrive kopieren

Um nun doch noch die Daten auf einen externen Datenträger zu kriegen, von welchem sie dann auf den neuen Ziel-Laptop kopiert werden können, lud ich mir die ISO von SysRescueCD runter. Dies ist eine kleine schlanke Linux Distro die nur zur Rettung von Daten dient. Die aktuelle Version ist die 1.1.3.

ISO runterladen und brennen ging in kürzester Zeit. Und der Laptop bootet auch anstandslos von dieser CD. Es ist aber hilfreich als Tastaturlayout „10“ anzugeben. Dies ist das deutsche Layout. Andernfalls sind die ganzen Sonderzeichen auf anderen als den angegebenen Tasten.

Die grafische Oberfläche wird mit dem Befehl wizard gestartet. Man kann auch auf der Konsole arbeiten, aber ich hab mich fürs erste für eine GUI (grafisches User Interface) entschieden.

Nun im Terminal die oben besprochenen Befehle eingeben und schon ist das Laufwerk eingehängt. Dann den Midnight Commander (mc) öffnen (linke Maustaste öffnet ein Dropdown-Menue. Dort unter „Misc“ befindet er sich) und in der linken Spalte auf mnt/win gehen. Achtung, der mc ist ein Konsolen-Programm, wird also komplett ohne Maus bedient. Ihr bewegt Euch mit den Pfeiltasten hoch und runter, mit enter öffnet Ihr den Ordner und mit TAB wechselt Ihr zwischen den beiden Spalten.

Jetzt steckt Ihr die externe Festplatte an den USB Port, schaltet sie an und gebt den Befehl :

fdisk -l

ein. Es erscheint ein längerer Text welcher Euch anzeigt was für Datenträger alle physikalisch am Laptop angeschlossen sind.

/dev/sda1 ist die interne Festplatte

/dev/sdb die externe. Bei mir war diese noch unterteilt in /dev/sdb1 und /dev/sdb5, wobei sdb5 die NTFS war.

Also erstellen wir nun einen Ordner für die externe mit

mkdir /mnt/externe

und hänge sie dann mit

mount -t ntfs-3g /dev/sdb5 /mnt/externe -o force

ein. Auch hier wieder force, da die externe, wie so häufig, vom Besitzer einfach vom Computer abgeklemmt wurde.

Dann gebt Ihr den Befehl

mkdir /mnt/externe/alter_rechner

ein und erstellt damit auf der externen einen Ordner mit dem Namen „alter_rechner“. Hier sollen die zu rettenden Daten hin geschoben werden.

Nun wieder zurück zum mc. Hier geht Ihr nun mittels TAB auf die rechte Spalte und öffnet den Ordner /mnt/externe/alter_rechner. Dann wieder mit TAB rüber auf die linke Spalte (/mnt/win) und jetzt der Taste „Einf“ und den Pfeiltasten alle Ordner und Dateien die Ihr kopieren wollt markieren. Dann mit F9 die obere Pulldown Leiste aktivieren, mit den Pfeiltasten auf Command gehen und „Copy“ wählen. „Dig to subfolder“ anhacken und auf ok gehen. Und schon geht es los.

Natürlich geht das ganze auch über einen Konsolenbefehl, aber ich wollte Euch auch den mc vorstellen. 🙂
Der Befehl hierzu würde

cp -r /mnt/win/*.* /mnt/externe/alter_rechner

lauten.

Wenn alles kopiert ist die externe Festplatte per

umount /mnt/externe

aushängen oder einfach SysRescueCD runterfahren.

Fettich!

Dann die externe in den Zielrechner stöpseln, anschalten und das kopieren kann beginnen.

SysRescueCD got Milsch!

Written by erikmilsch

Dezember 9, 2008 at 4:09 pm

Veröffentlicht in 8.04, Backup, Datenrettung, Linux, mounten

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